Dyskalkulietherapie

Kinder mit einer Dyskalkulie haben keinen reibungslosen Start in die Welt der Zahlen. Das Rechnen und das Erfassen von Zahlenräumen werden zu schwer überwindbaren Hürden: Das Verständnis und die Vorstellung von Mengen ist oft schwierig. Ziffern werden oft vertauscht. Häufig wird gezählt anstatt gerechnet, die Finger oder anderes Anschauungsmaterial werden lange benutzt. Sachaufgaben fallen schwer. Der Umgang mit Maßen, Gewichten oder Uhrzeiten ist schwierig. Die Mathematikhausaufgaben dauern extrem lange. Trotz normaler Intelligenz und extremen Lernaufwand werden schlechte Mathematiknoten geschrieben…

In der Dyskalkulietherapie sind eine genaue Diagnostik, der Beziehungsaufbau und der individuell an das Kind aufgebaute Behandlungsplan elementar. Oft muss erst bei dem Erwerb der Basiskompetenzen (wie Mengenbilden, Mengenschätzen, Mengenerfassen, Mengenzerlegen etc.) begonnen werden bevor der Übergang zur Menge- Zahl- Zuordnung geschaffen und dieses mit abstrakten Ziffernaufgabenstellungen verbunden wird. Dann können die Zahlenräume schrittweise erweitert und die Rechenoperationen systematisch veranschaulicht werden.

Um Rechnen begreifen zu können, setze ich in der Dyskalkulietherapie viel kindgerechtes Material ein, das die Kinder anfassen und mit dem sie umgehen können. Das Veranschaulichen und Begreifen bilden die Grundlage, die Rechenfertigkeiten schrittweise zu verbessern und neue Bewältigungsstrategien zu erlernen. Andere Arbeitsmaterialien, evaluierte Trainingsprogramme, Übungen am Computer und Lernspiele ergänzen das Angebot und machen die Therapie abwechslungsreich und spannend. Das Kind wird motiviert und erfährt Erfolgserlebnisse, sodass Ängste abgebaut und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufgebaut werden kann.

Die Dyskalkulietherapie bildet den Schwerpunkt meiner lerntherapeutischen Arbeit. Die Praxis ist von Jugendämtern anerkannt, die unter gewissen Voraussetzungen auf Basis des § 35a SGB VIII die Kosten für die Dyskalkulietherapie tragen.